Was wir sauber messen können
Den gesamten Lenovo inklusive Proxmox, VMs, LXC, SSDs und angeschlossener Grundlast. Genau dieser Gesamtwert ist für unsere Stromrechnung entscheidend.

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Proxmox, Home Assistant, Zigbee2MQTT, RaspberryMatic, Grafana und Co. laufen bei uns rund um die Uhr auf einer kleinen Lenovo-Kiste. Diesmal zählen keine Datenblattwerte – sondern das, was unser Server tatsächlich aus der Steckdose zieht.


Ein einzelner Blick auf die aktuelle Leistung erzählt nur die halbe Geschichte. Deshalb betrachten wir beides: die momentane Leistungsaufnahme in Watt und den tatsächlich aufsummierten Energieverbrauch über den Tag.



„0,48 kWh klingt fast nach nix. Aber der Server läuft 365 Tage.“
Genau. Aus kleinen Dauerlasten werden übers Jahr echte Kilowattstunden.Die Rechnung ist simpel: 0,48 kWh × 365 Tage = 175,2 kWh pro Jahr. Bei einem etwas sparsameren Tag mit 0,45 kWh landen wir bei rund 164 kWh. Unser Homeserver bewegt sich damit in der Praxis grob in einem Jahreskorridor von 164 bis 175 kWh.
0,45 kWh pro Tag entsprechen durchschnittlich rund 18,8 Watt. Bei 0,48 kWh sind es exakt 20 Watt. Das passt gut zu unserem beobachteten Bereich: oft irgendwo zwischen 12 und 20 Watt, mit kurzen Ausschlägen nach oben.
| Strompreis | bei 0,45 kWh/Tag | bei 0,48 kWh/Tag |
|---|---|---|
| 0,30 €/kWh | ≈ 49 €/Jahr | ≈ 53 €/Jahr |
| 0,35 €/kWh | ≈ 57 €/Jahr | ≈ 61 €/Jahr |
| 0,40 €/kWh | ≈ 66 €/Jahr | ≈ 70 €/Jahr |
Die Werte sind Hochrechnungen aus unserer realen Messung. Der tatsächliche Jahresverbrauch hängt davon ab, wie oft Backups, Updates, zusätzliche Dienste oder Tests laufen.
Unser Standardwert ist auf 0,47 kWh pro Tag gesetzt – ungefähr die Mitte unserer typischen Messwerte.
Proxmox zeigt uns CPU-, RAM- und Speicherlast einzelner Gäste. Das ist aber nicht dasselbe wie deren Stromverbrauch an der Steckdose. Eine VM mit 20 % CPU braucht nicht automatisch exakt doppelt so viel Strom wie eine mit 10 %. Netzteil, SSDs, Grundverbrauch des Hosts und gemeinsame Hardware laufen immer mit.
Den gesamten Lenovo inklusive Proxmox, VMs, LXC, SSDs und angeschlossener Grundlast. Genau dieser Gesamtwert ist für unsere Stromrechnung entscheidend.
„Home Assistant kostet 8 Watt und Grafana 2 Watt.“ Solche Werte würden Genauigkeit vortäuschen, die unsere Messung nicht hergibt. Deshalb veröffentlichen wir sie nicht als Fakt.
Ja – aber nicht um jeden Preis. Ein zusätzlicher Dienst, der praktisch keinen Mehrverbrauch verursacht, muss nicht aus Energiespargründen verschwinden. Interessanter wird es bei dauerhaft hoher CPU-Last, unnötig laufenden Testsystemen, alten Festplatten oder Hardware, die für die Aufgabe viel zu groß dimensioniert ist.
1 Watt Dauerlast entspricht rund 8,76 kWh pro Jahr. Bei 0,35 €/kWh sind das etwa 3,07 € jährlich. Zehn Watt dauerhaft eingespart bedeuten also schon gut 30 € pro Jahr.
Für grob 50 bis 70 Euro Stromkosten im Jahr betreiben wir auf einer einzigen kleinen Kiste Home Assistant, Proxmox und mehrere weitere Smart-Home- und Datendienste rund um die Uhr. Für uns ist das ein ziemlich gutes Verhältnis aus Nutzen, Komfort und Verbrauch. Der entscheidende Punkt ist nicht „so wenig Watt wie möglich“, sondern so wenig wie sinnvoll.
Unser System ist über Jahre gewachsen. Zum Abschluss der Serie schauen wir auf die Entscheidungen, die wir wieder genauso treffen würden – und auf die Baustellen, die wir heute von Anfang an anders lösen würden.