✅ Würden wir wieder so machen
- kleinen sparsamen Business-PC statt großen Server
- Proxmox als Basis
- Home Assistant OS als eigene VM
- schlanke Dienste als LXC
- Messwerte langfristig in InfluxDB/Grafana auswerten
- Stromverbrauch des Hosts wirklich messen

Praxisnahes Wissen, echte Messwerte und Erfahrungen – verständlich erklärt auf WATTZAHLS.DE.

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Unser Homeserver ist nicht auf dem Reißbrett entstanden. Er ist über Jahre gewachsen. Genau deshalb wissen wir heute ziemlich gut, welche Entscheidungen Gold wert waren – und welche wir bei einem Neustart sauberer lösen würden.

Sieben Folgen lang haben wir unseren echten Unterbau geöffnet: Lenovo, Proxmox, VMs, LXC, Datenwege, Speicher, Backups und Stromverbrauch. Zum Abschluss gibt es keine neue Technik – sondern die vielleicht wichtigere Frage: Würden wir das alles noch einmal so bauen?

„Gewachsen ist nicht automatisch schlecht. Aber gewachsen heißt: Irgendwann lohnt sich Aufräumen.“
Genau das ist unsere Bilanz.Unser ThinkCentre zeigt ziemlich gut, dass ein Smart Home keinen Rackserver braucht. Proxmox, Home Assistant und mehrere Dienste laufen auf einer kleinen, leisen Kiste im Wohnzimmer – bei einem typischen Tagesverbrauch von grob 0,45 bis 0,48 kWh.
Wieder so? Ja. Lieber ein effizienter Rechner, der die Aufgabe entspannt schafft, als überdimensionierte Hardware mit unnötiger Dauerlast.
Der größte Vorteil ist nicht die schicke Oberfläche, sondern die Trennung. Home Assistant kann neu starten, ohne dass deshalb Grafana oder Zigbee2MQTT mitgerissen werden. Ein kaputter LXC ist ein einzelnes Problem – nicht automatisch ein kaputtes Haus.
Wieder so? Ganz klar ja. Die Aufteilung in VMs und LXC hat sich bei uns bewährt.
Unser Zigbee2MQTT-Container ist historisch als privilegierter LXC gewachsen. Das funktioniert. Bei einer Neuinstallation würden wir aber zuerst versuchen, die benötigten Hardwarezugriffe mit einem unprivilegierten Container sauber umzusetzen.
Heute anders: Erst die restriktivere Variante probieren – Privilegien nur dort geben, wo sie wirklich nötig sind.
Bis Logdateien, Updates und Daten wachsen. Unser Zigbee2MQTT-LXC hat gezeigt, wie schnell eine knapp geplante Bootdisk unbequem werden kann. In unserer Bestandsaufnahme war sie bereits zu rund 89 % belegt.
Heute anders: Kleine Container weiterhin klein halten – aber mit vernünftiger Reserve. Ein paar zusätzliche Gigabyte kosten fast nichts, ein volles Dateisystem dagegen Zeit und Nerven.
Unsere USB-Festplatte schützt gegen viele alltägliche Defekte. Gegen Brand, Überspannung, Diebstahl oder einen schweren Bedienfehler am gesamten Host ist sie aber kein perfekter Schutz.
Heute anders: Das 3-2-1-Prinzip früher mitdenken und mindestens eine zusätzliche Sicherung räumlich oder technisch klar vom Proxmox-Host trennen.
Nach einigen Jahren weiß man eben nicht mehr jede USB-Durchreichung, jeden Port, jeden MQTT-Weg oder warum ein bestimmter Container damals genau so eingerichtet wurde. Je mehr Dienste dazukommen, desto wertvoller wird eine kleine Architektur-Doku.
Heute anders: Neue Dienste sofort mit Zweck, IP/Hostname, Backup-Weg, Abhängigkeiten und Besonderheiten dokumentieren. Nicht erst dann, wenn etwas ausfällt.
USB-Funksticks funktionieren bei uns. Sie binden Dienste aber stärker an einen bestimmten Host und machen Umzüge komplizierter. Wo es sinnvoll ist, würden wir heute stärker auf netzwerkfähige Gateways oder Koordinatoren setzen.
Heute anders: Hardwarezugriff möglichst vom eigentlichen Proxmox-Host entkoppeln, wenn dadurch Zuverlässigkeit und Wartbarkeit besser werden.
Ein funktionierendes System nur deshalb komplett neu bauen, weil man es heute theoretisch schöner strukturieren könnte. Jede Migration ist selbst ein Risiko. Deshalb verbessern wir lieber gezielt dort, wo ein echter Nutzen entsteht.
Beim Dokumentieren fallen Dinge auf, die im Alltag unsichtbar bleiben: knapper Speicher, historisch gewachsene Rechte, Backup-Grenzen und unnötige Abhängigkeiten. Eine gute Dokumentation erklärt also nicht nur anderen das System – sie ist gleichzeitig ein kleiner Technik-TÜV für das eigene Zuhause.
Unser System ist nicht perfekt. Genau deshalb ist es interessant. Es läuft seit Jahren, wurde erweitert, umgebaut und repariert – und trotzdem bleibt der Grundgedanke erstaunlich simpel: eine kleine sparsame Kiste, sauber getrennte Dienste und möglichst wenig Drama, wenn etwas ausfällt.
Und wenn wir morgen noch einmal bei null anfangen würden? Vieles sähe ordentlicher aus. Aber Proxmox und der kleine Lenovo dürften wieder einziehen.
Vom Wohnzimmer-Server bis zum ehrlichen Rückblick: Die komplette Reihe bleibt als Praxisstrecke auf WATTZAHLS.DE erhalten.