„Thermostat auf 5 macht den Raum schneller warm.“
Klingt logisch: weiter aufdrehen = mehr Heizleistung. Bei einem normalen Heizkörperthermostat funktioniert es aber anders.
URTEIL: MYTHOS
Warum Stufe 5 kein Turbo ist
Ein Thermostat ist kein Wasserhahn für „mehr oder weniger Heizleistung“, sondern ein Regler für die gewünschte Raumtemperatur. Ist der Raum deutlich kälter als die eingestellte Zieltemperatur, öffnet das Ventil weit und lässt Heizwasser durch den Heizkörper strömen. Ob du dabei Stufe 3 oder Stufe 5 wählst, macht den kalten Raum deshalb nicht automatisch schneller warm.
Der Unterschied zeigt sich vor allem später: Stufe 3 steht bei üblichen Thermostaten ungefähr für 20 °C. Stufe 5 liegt ungefähr bei 28 °C. Auf Stufe 5 hört der Heizkörper also nicht bei angenehmen 20 °C auf, sondern heizt weiter, solange die höhere Solltemperatur noch nicht erreicht ist.
Was bedeuten die Stufen ungefähr?
Die Werte sind Richtwerte und können je nach Thermostat und Einbausituation abweichen.
Felix sagt
Stell direkt die Temperatur ein, die du haben willst. Für viele Wohnräume ist Stufe 3 ein sinnvoller Ausgangspunkt. Wenn der Raum trotz weit geöffnetem Thermostat nur langsam warm wird, liegt die Ursache eher bei Vorlauftemperatur, Volumenstrom, Luft im Heizkörper, hydraulischem Abgleich oder der Heizleistung selbst – nicht daran, dass der Regler „zu wenig aufgedreht“ ist.
Warum der Mythos so hartnäckig ist
Beim Wasserhahn bedeutet weiter aufdrehen tatsächlich meist mehr Durchfluss. Der Thermostatkopf sieht ähnlich aus, arbeitet aber temperaturabhängig. Er vergleicht die Raumtemperatur mit der gewählten Solltemperatur und drosselt das Ventil erst, wenn sich der Raum dem Ziel nähert. Deshalb fühlt sich Stufe 5 zunächst plausibel an – sie setzt aber vor allem ein höheres Temperaturziel.
Quellen: Verbraucherzentrale – Thermostat richtig einstellen · co2online – Thermostate richtig bedienen