„Je höher die Vorlauftemperatur, desto sparsamer heizt die Anlage.“
Heißeres Heizungswasser macht Heizkörper zwar leistungsfähiger. Sparsamer wird die Anlage dadurch aber nicht automatisch – häufig ist genau das Gegenteil der Fall.
URTEIL: MYTHOS
So niedrig wie möglich – so hoch wie nötig
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Vorlauftemperatur über die Heizkurve so niedrig einzustellen, dass die Räume bei weit geöffneten Thermostatventilen noch ausreichend warm werden. Eine unnötig hohe Temperatur erhöht Wärmeverluste und kann die Effizienz des Wärmeerzeugers verschlechtern.
Bei Wärmepumpen besonders wichtig
Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je kleiner der notwendige Temperaturhub ist. Deshalb sind niedrige Vorlauftemperaturen dort besonders wertvoll. Auch bei anderen Systemen gilt: Die Heizkurve sollte zum Gebäude und zu den Heizflächen passen – nicht einfach möglichst hoch stehen.
Felix sagt
Mehr Temperatur ist keine Sparfunktion. Stell die Heizkurve so ein, dass der kälteste relevante Raum noch sicher warm wird – und vermeide unnötige Reserve.
Praktischer Test statt Rätselraten
Wenn es draußen kühl ist, senkst du die Heizkurve in kleinen Schritten und beobachtest die Raumtemperaturen über mehrere Stunden oder Tage. Bleibt alles ausreichend warm, war vorher unnötige Reserve vorhanden. Wird ein Raum zu kalt, gehst du einen kleinen Schritt zurück. Genau dafür ist die Heizkurve da.

