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Batteriespeicher mit Home Assistant automatisch laden

Der einfache Ansatz „bei billigem Strom einschalten“ ist zu kurz gedacht. Eine gute Speicher-Automation kombiniert SOC, PV-Prognose, Strompreise, Verbrauch und Ladeverluste – und lädt nur so weit, wie es wirklich sinnvoll ist.

Felix erklärt die automatische Batteriespeicher-Steuerung in Home Assistant
Das Ziel:

Home Assistant soll selbst entscheiden: Jetzt laden, später laden oder auf PV warten? Und wenn geladen wird, dann mit einem dynamischen Ziel-SOC statt stumpf auf 100 %.

Was du dafür in Home Assistant brauchst

BausteinBeispielAufgabe
Speicherstandsensor.speicher_socWie voll ist der Akku jetzt?
PV-Prognosesensor.pv_prognose_morgenWie viel Solarenergie ist zu erwarten?
Strompreissensor.strompreis_aktuellIst das aktuelle Zeitfenster wirklich günstig?
Zukünftiger Preissensor.strompreis_spaeterWelchen teuren Netzbezug soll der Akku später vermeiden?
SpeichersteuerungSwitch / Number / SelectNetzladen freigeben und ggf. Ziel-SOC setzen.

Die echten Entity-IDs hängen von deiner Integration und Hardware ab. Wichtig ist, dass der Hersteller das Netzladen technisch und laut seinen Vorgaben unterstützt.

Die Logik in fünf Schritten

SOC prüfen

Ist der Speicher bereits ausreichend voll, muss nichts passieren.

PV-Prognose prüfen

Wird morgen viel Sonne erwartet, bleibt bewusst Platz im Speicher.

Preisfenster prüfen

Der aktuelle Preis muss im Vergleich zu später wirklich günstig sein.

Verluste einrechnen

Der Ladepreis wird durch den Wirkungsgrad korrigiert. So wird aus einem scheinbaren Schnäppchen kein Rechenfehler.

Ziel-SOC setzen

Statt 100 % bekommt der Speicher ein Ziel, das zur erwarteten Energielücke passt.

Ein bewusst einfaches YAML-Grundgerüst

Dieses Beispiel zeigt die Architektur. Die Entity-IDs und Services musst du an dein System anpassen:

alias: Speicher günstig laden
trigger:
  - platform: time_pattern
    minutes: "/15"

variables:
  ziel_soc: 70
  wirkungsgrad: 0.92
  mindestvorteil_ct: 4

condition:
  - condition: template
    value_template: >
      {{ states('sensor.speicher_soc') | float < ziel_soc }}
  - condition: template
    value_template: >
      {{ states('sensor.pv_prognose_morgen') | float < 4 }}
  - condition: template
    value_template: >
      {{ (states('sensor.strompreis_spaeter') | float)
         - ((states('sensor.strompreis_aktuell') | float) / wirkungsgrad)
         >= mindestvorteil_ct }}

action:
  - service: number.set_value
    target:
      entity_id: number.speicher_ziel_soc
    data:
      value: "{{ ziel_soc }}"
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.speicher_netzladen
Wichtig: Das ist kein universelles Copy-&-Paste-YAML für jeden Wechselrichter. Die Steuerbefehle unterscheiden sich. Genau deshalb erzeugt der Speicherkapitän die Logik zunächst mit Platzhalter-Entities.

Warum ein fester Preis-Schwellwert nicht reicht

Eine Automation wie „unter 20 ct/kWh laden“ ignoriert den Kontext. 19 ct/kWh können gut sein, wenn später 35 ct/kWh drohen. Sie können aber uninteressant sein, wenn der spätere Preis ebenfalls nur 21 ct/kWh beträgt und zusätzlich Ladeverluste entstehen.

Preisvorteil = späterer Preis − (aktueller Preis ÷ Wirkungsgrad)

Erst wenn dieser Abstand deine Sicherheitsmarge überschreitet, wird Netzladen wirtschaftlich interessanter.

Dynamisches Ziel-SOC statt 100 %

Der nächste Qualitätssprung ist ein berechnetes Ladeziel. Ein mögliches Modell lautet: Mindestreserve plus die Energiemenge, die nach Abzug des erwarteten PV-Ertrags voraussichtlich noch gebraucht wird. Das Ergebnis wird auf ein maximal erlaubtes Netzlade-Ziel begrenzt.

Damit kann die gleiche Automation im Winter beispielsweise auf 80 % laden und an einem sonnigen Frühlingstag überhaupt nicht.

YAML aus deinen Zahlen erzeugen

Der Felix Speicherkapitän berechnet Ziel-SOC, Netzladebedarf und Preisvorteil und erstellt daraus direkt ein HA-Grundgerüst.

Speicherkapitän öffnen →

Die spätere Profi-Version

Langfristig muss Home Assistant nicht mehr mit festen Beispielwerten arbeiten. Der Ablauf kann vollständig automatisch werden:

  1. kommende Tarifpreise einlesen,
  2. PV-Prognose und aktuellen SOC holen,
  3. erwarteten Haushaltsverbrauch berücksichtigen,
  4. die günstigsten Ladefenster bestimmen,
  5. Ziel-SOC setzen und Netzladen nach Erreichen wieder sperren.

Genau diese Richtung bauen wir mit dem Felix Speicherkapitän weiter aus.

Häufige Fragen

Kann Home Assistant jeden Batteriespeicher steuern?

Nein. Das hängt von der vorhandenen Herstellerintegration, API, Modbus-Unterstützung und den freigegebenen Schreibfunktionen ab. Manche Integrationen lesen nur Werte aus.

Wie oft sollte die Automation laufen?

Das hängt von Tarif und Datenquelle ab. Eine regelmäßige Neubewertung, zum Beispiel alle 15 Minuten, ist ein verständlicher Startpunkt; sinnvoller ist langfristig eine Aktualisierung passend zu neuen Preis- und Prognosedaten.

Was ist mit der Batteriegarantie?

Zusätzliche Zyklen und erlaubte Betriebsarten hängen vom Speichersystem ab. Herstellergrenzen und Garantiebedingungen sollten nicht durch Automationen umgangen werden.

Weiterführende Quellen: Home Assistant: Home batteries ↗ · Bundesnetzagentur: Dynamische Stromtarife ↗