Was du dafür in Home Assistant brauchst
| Baustein | Beispiel | Aufgabe |
|---|---|---|
| Speicherstand | sensor.speicher_soc | Wie voll ist der Akku jetzt? |
| PV-Prognose | sensor.pv_prognose_morgen | Wie viel Solarenergie ist zu erwarten? |
| Strompreis | sensor.strompreis_aktuell | Ist das aktuelle Zeitfenster wirklich günstig? |
| Zukünftiger Preis | sensor.strompreis_spaeter | Welchen teuren Netzbezug soll der Akku später vermeiden? |
| Speichersteuerung | Switch / Number / Select | Netzladen freigeben und ggf. Ziel-SOC setzen. |
Die echten Entity-IDs hängen von deiner Integration und Hardware ab. Wichtig ist, dass der Hersteller das Netzladen technisch und laut seinen Vorgaben unterstützt.
Die Logik in fünf Schritten
SOC prüfen
Ist der Speicher bereits ausreichend voll, muss nichts passieren.
PV-Prognose prüfen
Wird morgen viel Sonne erwartet, bleibt bewusst Platz im Speicher.
Preisfenster prüfen
Der aktuelle Preis muss im Vergleich zu später wirklich günstig sein.
Verluste einrechnen
Der Ladepreis wird durch den Wirkungsgrad korrigiert. So wird aus einem scheinbaren Schnäppchen kein Rechenfehler.
Ziel-SOC setzen
Statt 100 % bekommt der Speicher ein Ziel, das zur erwarteten Energielücke passt.
Ein bewusst einfaches YAML-Grundgerüst
Dieses Beispiel zeigt die Architektur. Die Entity-IDs und Services musst du an dein System anpassen:
alias: Speicher günstig laden
trigger:
- platform: time_pattern
minutes: "/15"
variables:
ziel_soc: 70
wirkungsgrad: 0.92
mindestvorteil_ct: 4
condition:
- condition: template
value_template: >
{{ states('sensor.speicher_soc') | float < ziel_soc }}
- condition: template
value_template: >
{{ states('sensor.pv_prognose_morgen') | float < 4 }}
- condition: template
value_template: >
{{ (states('sensor.strompreis_spaeter') | float)
- ((states('sensor.strompreis_aktuell') | float) / wirkungsgrad)
>= mindestvorteil_ct }}
action:
- service: number.set_value
target:
entity_id: number.speicher_ziel_soc
data:
value: "{{ ziel_soc }}"
- service: switch.turn_on
target:
entity_id: switch.speicher_netzladen
Warum ein fester Preis-Schwellwert nicht reicht
Eine Automation wie „unter 20 ct/kWh laden“ ignoriert den Kontext. 19 ct/kWh können gut sein, wenn später 35 ct/kWh drohen. Sie können aber uninteressant sein, wenn der spätere Preis ebenfalls nur 21 ct/kWh beträgt und zusätzlich Ladeverluste entstehen.
Preisvorteil = späterer Preis − (aktueller Preis ÷ Wirkungsgrad)Erst wenn dieser Abstand deine Sicherheitsmarge überschreitet, wird Netzladen wirtschaftlich interessanter.
Dynamisches Ziel-SOC statt 100 %
Der nächste Qualitätssprung ist ein berechnetes Ladeziel. Ein mögliches Modell lautet: Mindestreserve plus die Energiemenge, die nach Abzug des erwarteten PV-Ertrags voraussichtlich noch gebraucht wird. Das Ergebnis wird auf ein maximal erlaubtes Netzlade-Ziel begrenzt.
Damit kann die gleiche Automation im Winter beispielsweise auf 80 % laden und an einem sonnigen Frühlingstag überhaupt nicht.

Der Felix Speicherkapitän berechnet Ziel-SOC, Netzladebedarf und Preisvorteil und erstellt daraus direkt ein HA-Grundgerüst.
Die spätere Profi-Version
Langfristig muss Home Assistant nicht mehr mit festen Beispielwerten arbeiten. Der Ablauf kann vollständig automatisch werden:
- kommende Tarifpreise einlesen,
- PV-Prognose und aktuellen SOC holen,
- erwarteten Haushaltsverbrauch berücksichtigen,
- die günstigsten Ladefenster bestimmen,
- Ziel-SOC setzen und Netzladen nach Erreichen wieder sperren.
Genau diese Richtung bauen wir mit dem Felix Speicherkapitän weiter aus.
Häufige Fragen
Kann Home Assistant jeden Batteriespeicher steuern?
Nein. Das hängt von der vorhandenen Herstellerintegration, API, Modbus-Unterstützung und den freigegebenen Schreibfunktionen ab. Manche Integrationen lesen nur Werte aus.
Wie oft sollte die Automation laufen?
Das hängt von Tarif und Datenquelle ab. Eine regelmäßige Neubewertung, zum Beispiel alle 15 Minuten, ist ein verständlicher Startpunkt; sinnvoller ist langfristig eine Aktualisierung passend zu neuen Preis- und Prognosedaten.
Was ist mit der Batteriegarantie?
Zusätzliche Zyklen und erlaubte Betriebsarten hängen vom Speichersystem ab. Herstellergrenzen und Garantiebedingungen sollten nicht durch Automationen umgangen werden.