Home Assistant Blueprints: fertige Automationen nutzen – aber nicht blind
Blueprints sind fertige Automations-Vorlagen aus der Home-Assistant-Community. Du wählst deine Geräte und Werte aus. Das spart Zeit – aber Felix möchte trotzdem wissen, was die Vorlage wirklich macht.
🐶 Felix-Regel: Fertig heißt nicht automatisch passend.
Ein Blueprint kann hervorragend sein – oder zu deinem System überhaupt nicht passen. Wir lesen erst Beschreibung und Eingaben, testen klein und übernehmen erst danach mehr.
Merksatz: Blueprint = Vorlage. Deine Automation = diese Vorlage mit deinen Geräten und Einstellungen.
WATTZAHLS-BLUEPRINTS
Drei Vorlagen zum direkten Ausprobieren
Wir wollen Blueprints nicht nur erklären, sondern selbst welche liefern. Die ersten drei stammen direkt aus unseren Generator-Ideen und sind bewusst überschaubar: wenige Eingaben, klarer Zweck, nachvollziehbare Aktionen.
🌙
Licht · Anfängerfreundlich
Nachtlicht bei Bewegung
Für Flur, Bad oder Schlafzimmer: nachts bei Bewegung nur wenig Licht statt voller Beleuchtung.
Watt macht das?
Bewegung erkannt → Licht gedimmt an → auf Bewegungsende warten → Nachlauf → wieder aus.
Home Assistant: Waschmaschine fertig erkennen – über die Leistung
Eine Waschmaschine lässt sich auch ohne eigene Smart-Home-Schnittstelle sinnvoll in Home Assistant überwachen, wenn eine Steckdose oder ein Energiemesser die aktuelle Leistung in Watt liefert. Entscheidend ist nicht nur der niedrige Verbrauch am Ende, sondern die Frage: Ist vorher überhaupt ein echter Waschgang gelaufen?
Genau dafür nutzt unser Blueprint einen kleinen input_boolean-Helfer als Gedächtnis. Steigt die Leistung über die eingestellte Startgrenze, merkt sich Home Assistant: „Die Maschine läuft.“ Fällt die Leistung später für eine gewisse Zeit unter die Fertig-Grenze, darf erst dann die Benachrichtigung ausgelöst werden.
Warum nicht einfach „unter 3 Watt = fertig“?
Weil eine ausgeschaltete oder wartende Waschmaschine ebenfalls dauerhaft sehr wenig Leistung aufnehmen kann. Ohne Lauf-Merker könnte Home Assistant deshalb nach einem Neustart oder einer Änderung des Messwerts eine Fertig-Meldung erzeugen, obwohl gar kein Waschgang stattgefunden hat.
Startpunkt zum Testen: über 10 W = läuft, unter 3 W für 120 Sekunden = fertig. Das sind Beispielwerte. Schau dir mindestens einen kompletten Waschgang deines eigenen Leistungssensors an und passe die Schwellen danach an.
Was du dafür brauchst
einen Leistungssensor in Watt, zum Beispiel von einer geeigneten Messsteckdose,
Home Assistant Rollladen-Hitzeschutz: Temperatur und Sonnenhöhe kombinieren
„Über 25 °C = Rollladen runter“ klingt zunächst logisch, ist aber oft zu grob. An einem warmen Abend kann die Außentemperatur noch hoch sein, obwohl die Sonne schon tief steht. Deshalb prüft unser einfacher Hitzeschutz zwei Dinge gleichzeitig: Außentemperatur und Sonnenhöhe.
Erst wenn beide Grenzwerte überschritten sind, fährt der Rollladen auf die eingestellte Zielposition. Das ist absichtlich eine kleine, nachvollziehbare Automation und damit ein guter Einstieg in mehrere Bedingungen.
Beispiel: über 25 °C Außentemperatur + Sonnenhöhe über 20° → Rollladen auf 30 %. Ob 30 % bei deinem Cover eher fast geschlossen oder weit offen bedeutet, solltest du einmal manuell prüfen.
Was dieser einfache Blueprint bewusst noch nicht macht
keinen Sonnenazimut: Ost-, Süd- und Westfenster werden also nicht unterschiedlich behandelt,
keinen Windschutz: für Markisen oder windempfindliche Außenjalousien reicht diese Vorlage allein nicht,
keine manuelle Übersteuerung: eine bewusste Bedienung durch den Menschen wird noch nicht zeitweise gesperrt.
Genau diese Punkte wären die nächste Ausbaustufe. Für einen normalen Rollladen mit Positionssteuerung bleibt die einfache Version aber sehr gut nachvollziehbar.
Home Assistant Nachtlicht bei Bewegung: nachts gedimmt statt volle Beleuchtung
Für den nächtlichen Weg durch Flur oder Bad braucht man selten 100 % Licht. Unser Nachtlicht-Blueprint reagiert deshalb nur innerhalb eines einstellbaren Zeitfensters, schaltet ein dimmbares Licht mit geringer Helligkeit ein und wartet nach Ende der Bewegung noch eine kurze Zeit, bevor es wieder ausgeht.
Das Zeitfenster darf über Mitternacht laufen – zum Beispiel von 22:00 bis 06:00 Uhr. Als Startwert sind 10 % Helligkeit und 45 Sekunden Nachlauf bewusst zurückhaltend gewählt.
Warum ist der Blueprint so klein?
Weil er als erster Blueprint verständlich bleiben soll. Er braucht nur einen Bewegungs- oder Präsenzsensor und ein dimmbares Licht. Eine Lux-Schwelle ist in diesem Blueprint absichtlich nicht enthalten. Wer zusätzlich nur unter einer bestimmten Helligkeit einschalten möchte, findet diese Option in unserem Automation-Generator.
Felix-Regel: Erst die einfache Version zuverlässig zum Laufen bringen. Lux-Sensor, Farbtemperatur, manueller Vorrang oder mehrere Bewegungsmelder kommen erst dazu, wenn der Grundablauf funktioniert.
Blueprint: direkt in Home Assistant importieren und Geräte über Eingabefelder auswählen. Ideal, wenn die Vorlage genau zu deinem Ziel passt.
Generator: erzeugt normales YAML mit deinen Entity-Namen und lässt sich leichter verändern. Ideal, wenn du die Logik lernen oder eine Variante mit zusätzlichen Optionen wie Lux-Schwelle bauen möchtest.
Welchen soll ich zuerst nehmen?
Neu bei Home Assistant? Starte mit dem Nachtlicht. Schon einen Stromsensor an der Waschmaschine? Dann ist die Fertig-Meldung ein sehr guter Alltagsnutzen. Elektrische Rollläden vorhanden? Der Hitzeschutz zeigt schön, wie zwei Bedingungen zusammen eine deutlich bessere Automation ergeben.
Jetzt auch in der Home-Assistant-Community
Zwei WATTZAHLS-Blueprints sind bereits im offiziellen Blueprints Exchange veröffentlicht. Dort können Nutzer Fragen stellen, Erfahrungen teilen und Verbesserungen vorschlagen.
Alle WATTZAHLS-Blueprints liegen zusätzlich öffentlich auf GitHub. Dort kannst du den Quellcode prüfen, Änderungen verfolgen und die Vorlagen verlinken.
Beim gewünschten Blueprint auf „In Home Assistant importieren“ klicken.
Deine Home-Assistant-Instanz auswählen.
Die Blueprint-Vorschau prüfen und importieren.
Danach unter Einstellungen → Automationen & Szenen → Blueprints auf Automation erstellen gehen und deine Geräte auswählen.
Alternativ kannst du die YAML-Datei weiterhin herunterladen und manuell unter /config/blueprints/automation/wattzahls/ ablegen. Der Direktimport nutzt den offiziellen My-Home-Assistant-Redirect und die öffentlich einsehbare Blueprint-Datei auf GitHub.
🧰
Fertige Vorlage
Ein Blueprint enthält bereits Trigger, Bedingungen und Aktionen. Du füllst nur die vorgesehenen Eingaben aus.
🔎
Vorher prüfen
Beschreibung, benötigte Geräte und Einstellmöglichkeiten anschauen. Erst dann importieren.
🧪
Klein testen
Zuerst mit unkritischen Geräten ausprobieren. Keine Alarm-, Schloss- oder sicherheitsrelevante Logik als ersten Blueprint-Test.
🤖
KI als Übersetzer
Die KI kann erklären, was ein Blueprint erwartet und welche Einstellungen zu deinem Ziel passen.
SCHRITT 1
Blueprint auswählen
Home Assistant empfiehlt Blueprints ausdrücklich als einfachen Einstieg in Automationen. Gute Quellen sind vor allem die Home-Assistant-Community und nachvollziehbare GitHub-Repositories.
Für den ersten Test nehmen wir etwas Harmloses, zum Beispiel Bewegungslicht oder eine einfache Benachrichtigung.
SCHRITT 2
Blueprint importieren
Gehe zu Einstellungen → Automationen & Szenen → Blueprints und wähle Blueprint importieren. Home Assistant kann Blueprints unter anderem aus dem Forum, von GitHub und aus GitHub Gists importieren.
Vor dem Abschluss zeigt Home Assistant eine Vorschau. Genau dort schauen wir uns Quelle, Namen und Beschreibung noch einmal an.
SCHRITT 3
Eigene Geräte zuordnen
Nach dem Import wählst du Automation erstellen. Nun füllst du die Eingabefelder des Blueprints aus, zum Beispiel Bewegungsmelder, Licht oder Wartezeit.
Diese Eingaben sind genau der Punkt, an dem aus der allgemeinen Vorlage deine konkrete Automation wird.
SCHRITT 4
Testen und Trace ansehen
Nach dem Speichern testen wir genau einen Anwendungsfall. Wenn etwas nicht klappt, hilft die Automations-Trace dabei zu sehen, welcher Schritt gelaufen ist und welche Blueprint-Konfiguration verwendet wurde.
So bleibt auch eine fertige Vorlage nachvollziehbar.
FELIX GEHT TIEFER
„Kontrolle übernehmen“ nur bewusst nutzen
Home Assistant kann eine Blueprint-Automation in eine normale Automation umwandeln. Danach kannst du sie frei bearbeiten, aber sie ist nicht mehr mit dem Blueprint verbunden.
Praktisch für Sonderwünsche – aber nichts für den ersten Test. Erst den Blueprint sauber nutzen, dann bei Bedarf übernehmen.
KI-PROMPT ZUM KOPIEREN
Blueprint prüfen, bevor du ihn benutzt
Ich bin Home-Assistant-Anfänger und möchte einen Blueprint verwenden.
Blueprint-Beschreibung oder Link:
[einfügen]
Mein Ziel:
[was soll passieren?]
Meine Geräte / Entities:
[Liste eintragen]
Bitte:
- erkläre mir zuerst in einfacher Sprache, was der Blueprint macht,
- liste Trigger, Bedingungen und Aktionen auf,
- erkläre alle Eingabefelder, die ich ausfüllen muss,
- prüfe, ob meine Geräte zum Blueprint passen,
- warne mich vor sicherheitskritischen Aktionen oder unnötigen Freigaben,
- schlage für den ersten Test nur einen unkritischen Anwendungsfall vor,
- erkläre mir erst später, ob „Kontrolle übernehmen“ sinnvoll wäre,
- gib mir immer nur den nächsten Schritt.
GUT
Blueprint verstanden
Du weißt, was ihn auslöst, welche Geräte beteiligt sind und was im Fehlerfall passiert.
NICHT GUT
Nur importiert und gehofft
Wenn du nicht weißt, welche Aktion hinter einer Eingabe steckt, hilft auch die schönste Vorlage nicht.
Aktueller Home-Assistant-Weg
Blueprints werden unter Einstellungen → Automationen & Szenen → Blueprints verwaltet. Sie lassen sich aus dem Home-Assistant-Forum, GitHub oder GitHub Gists importieren. Eine importierte Blueprint-Automation kann später über „Kontrolle übernehmen“ in eine normale Automation umgewandelt werden.
Blueprints sind perfekt, wenn man schnell zu einer guten Automation kommen will. Unsere KI hilft dabei, die Vorlage vorher in normales Deutsch zu übersetzen.